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Nordelbische Kirche kritisiert Afghanistan-Angriffe

 

Hamburg (epd). Die Nordelbische Kirche hat die militärischen Angriffe auf Afghanistan kritisiert. "Wir sind zutiefst bestürzt über die Bombardierung und die Attacken mit cruise missiles"">

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Nordelbische Kirche kritisiert Afghanistan-Angriffe

 

Hamburg (epd). Die Nordelbische Kirche hat die militärischen Angriffe auf Afghanistan kritisiert. "Wir sind zutiefst bestürzt über die Bombardierung und die Attacken mit cruise missiles", erklärte Nordelbiens leitende Bischöfin Maria Jepsen am Mittwoch in Hamburg. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen seien Opfer unter der Zivilbevölkerung nicht zu verhindern. Gleichzeitig rief die Bischöfin die Gemeinden dazu auf, jeder pauschalen Verurteilung des Islam entgegenzutreten und das Gespräch mit den Muslimen zu suchen.

Afghanistan zwischen den Fronten
Spendenaufruf für notleidende Bevölkerung

Jepsen forderte die rund 670 Gemeinden in Hamburg und Schleswig-Holstein zu Spenden für die notleidende Bevölkerung in Afghanistan auf. Angesichts des drohenden Wintereinbruchs seien verstärkte humanitäre Hilfsmaßnahmen dringend erforderlich. Die Nordelbische Kirche stellt aus ihrem Soforthilfefonds 25.000 Mark zur Verfügung. Gleichzeitig bittet sie die Bundesregierung, den UN- Flüchtlingskommissar voll zu unterstützen und finanzielle Mittel für Flüchtlingslager bereit zu stellen.

Spendenkonten:

DW Hamburg:
Evangelische Darlehnsgenossenschaft in Kiel,
BLZ 210 602 37, Konto 88 88 00,
Stichwort: "Flüchtlingshilfe Afghanistan"

DW Schleswig-Holstein:
Evangelischen Darlehnsgenossenschaft in Kiel,
BLZ 210 602 37, Konto 78786,
Stichwort "Afghanistan-Hilfe"


Unterstützung der ÖRK-Initiative

Nordelbien unterstützt mit der Erklärung eine entsprechende Initiative des Weltkirchenrates (ÖRK). Krieg sei Sünde gegen Gott und die Menschheit, erklärte der ÖRK am 8. Oktober in Genf: "Wir glauben nicht, dass Krieg jemals eine effektive Antwort auf die abscheuliche Sünde des Terrorismus sein kann - vor allem nicht in der heutigen hoch technisierten Welt."

Die Nordelbische Kirche wolle dazu beitragen, dass die Zeichen der Zeit auch aus einer anderen Perspektive gesehen und beurteilt werden, so Jepsen weiter. Eine Zentralaussage des christlichen Glaubens sei: "Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes heißen". Dies müsse die Kirche gerade in dieser schwierigen Zeit leiten.


Die Erklärung der Kirchenleitung im Wortlaut:

Wir sind zutiefst bestürzt über die Bombardierung und die Attacken mit cruise missiles gegen Afghanistan. Die Erfahrung vieler kirchlicher Organisationen mit der Begleitung von Kriegsopfern zeigt, dass Kriegshandlungen niemals die zivile Bevölkerung aussparen können, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei der militärischen Planung. Afghanische Bürgerinnen und Bürger werden zu Flüchtlingen im eigenen Land, die jetzt schon unter Hunger und Elend leiden.

Wir haben aus dem Soforthilfefonds der Nordelbischen Kirche 25.000 Mark zur Verfügung gestellt und fordern die Gemeinden zu Spenden für die notleidende Bevölkerung in Afghanistan auf. Verstärkte humanitäre Hilfsmaßnahmen sind dringend erforderlich, da die afghanische Bevölkerung angesichts des kurz bevorstehenden Wintereinbruchs noch größerem Elend ausgesetzt sein wird. Wir bitten die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, den Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) voll zu unterstützen und entsprechende finanzielle Mittel zur Errichtung von Flüchtlingslagern zur Verfügung zu stellen.

In der Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), heißt es: "Wir verabscheuen Krieg. Die erste Versammlung des ÖRK im Jahre 1948 benannte Krieg als Sünde gegen Gott und die Menschheit. Wir glauben nicht, dass Krieg jemals eine effektive Antwort auf die abscheuliche Sünde des Terrorismus sein kann - vor allem nicht in der heutigen hoch technisierten Welt."

 

Die NEK unterstützt die ÖRK-Initiative gegen den Krieg, denn auch wir wollen "dazu beitragen, dass die Zeichen der Zeit auch aus einer anderen Perspektive gesehen und beurteilt werden, als aus der, die dem vorherrschenden Diskurs zugrunde liegt, insbesondere aus der Perspektive der Kirchen und der ökumenischen und interreligiösen Partner" (Elizabeth Ferris vom ÖRK-Team für internationale Beziehungen). In dieser Situation bitten wir unsere Gemeinden, jeder pauschalen Verurteilung des Islam entgegenzutreten und das Gespräch mit unseren muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu suchen.

Die deutsche Regierung fordern wir auf, sich dafür einzusetzen, dass die "Allianz gegen den Terrorismus" bei der UNO unter gleichberechtigter Mitwirkung aller Mitgliedstaaten angesiedelt und der internationale Gerichtshof befugt wird, die Täter der Terroranschläge in den USA zu verurteilen.

"Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes heißen". Dies bleibt eine Zentralaussage unseres christlichen Glaubens, und sie muß uns leiten, gerade in dieser schwierigen Zeit.

 

Aktuelle Informationen
und Veranstaltungshinweise
der Arbeitsstelle Gewalt überwinden

Stand: 17. April 2005

Die Arbeitsstelle Gewalt überwinden ist eine Stabsstelle des Nordelbischen Kirchenamtes zur Vernetzung und Unterstützung der Aktivitäten der Kirchenkreise, Gemeinden, Dienste und Werke der NEK im Rahmen der ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt    2001-2010     – Kirchen für Frieden und Versöhnung.     
 

Die „Dekade zur Überwindung von Gewalt – Kirchen für Frieden und Versöhnung“ ist positiv formuliert eine „Dekade der (Feindes-) Liebe, die die Gewalt überwindet und zu Gerechtigkeit, Heilung, Versöhnung, Frieden, zu gerechter Gemeinschaft zwischen Frauen und Männern  und zur Bewahrung der Schöpfung befreit.“ 

Hier finden Sie die alte Homepage der Arbeitsstelle Gewalt überwinden.

Die aktuellen Seiten finden Sie unter www.gewalt-ueberwinden.de

Alte Dekade-Infos

Wir begrüßen die neue Leiterin der Arbeitsstelle,  Pastorin Dr. Marianne Subklew-Jeutner.

Wir laden Sie ein, sich in gewaltfreier Konfliktbearbeitung fortzubilden.

Zum 8. Mai, dem 60. Jahrestag des Kriegsendes gibt es Material und Vorschläge für Andachten und Gottesdienste.

Auf dem Kirchentag in Hannover gibt es am 26.-28. Mai das Zentrum Gewalt überwinden mit einem spannenden Programm.

Für einen Dekade-Gottesdienst am Sonntag nach Trinitatis gibt es das Arbeitsheft "Familie Lot" zum Thema sexualiserte Gewalt.

Am 22.-23. September befasst sich die Nordelbische Synode mit dem Thema Gewalt überwinden.

 

 

 

 

Training für gewaltfreie Konfliktbearbeitung:

1. Konfliktlösungsstrategien

Trainings  zum kreativen
 und gewaltfreien Umgang mit Gewalt und Konflikten

Thema:
Konflikte gibt es überall: auf der Straße, in der Familie, der Schule und der kirchlichen Arbeit:

  • in der Familie, im Beruf, in Frauen– und Männerkreisen,

  • in Schulklassen, Konfirmanden– und Jugendgruppen,

  • in der Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur oder Religion.

  • in Reformprozessen, bei strukturellen und finanziellen Veränderungen,

  • in der Auseinandersetzungen mit wirtschaftlichen und politischen Problemen,

  • im Kirchenvorstand und anderen Gremien,

Diese Kurse richten sich an   alle, die neue Wege zur Konfliktlösung gehen möchten. :

  • Menschen in Familien, Schulen,    Universitäten, Kirchen, Moscheen, Jugendeinrichtungen, Sozialdiensten, Gefängnissen,

  • Menschen, die der Gewaltbereitschaft anderer gewaltfrei entgegentreten wollen,

  • Menschen, die lernen wollen, mit ihrer eigenen Gewaltbereitschaft umzugehen,

  • Menschen, die neue Wege im Umgang mit Konflikten suchen.

Da eine Kraft zum Frieden allen Menschen innewohnt, kommen Teilnehmende aus allen Lebensumständen.

Wann:
Grundkurs
vom  26. - 28. November 2004
 
Aufbaukurs
vom 14. - 16. Januar 2005

Weitere Informationen zu Ort, Zeit, Kosten und Anmeldung hier


2. Kirchenkreise bauen Trainingsteams für konstruktive Konfliktbearbeitung auf.

Die Arbeitsstelle Gewalt überwinden und das Projekt Alternativen zur Gewalt e.V. bilden in den Kirchenkreisen Plön, Rantzau und Husum-Bredstedt ein jeweils vierköpfiges Trainingsteam aus.

ü      Menschen lernen, sich gewaltfrei zu behaupten.

ü      Menschen trauen sich, Zivilcourage zu zeigen.

ü      Menschen gehen kreative, neue Wege im Umgang mit Streit und Konflikten, so dass alle Seiten gewinnen.

ü      Konflikte in Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen werden effektiver bearbeitet.

Mehr Informationen, Info-Flyer & Ausschreibungsunterlagen

als pdf-Datei: Info-Flyer (765 KB) und Ausschreibung (100 KB)

 

5. Kirchen für Frieden und Versöhnung.

Gemeinden und Interessierte aus Nordelbien erhalten die Arbeitshilfe für Gemeinden  kostenlos in der Arbeitsstelle . Wir bitten lediglich um die Erstattung der Portokosten.
Sie können die 98-seitige Arbeitshilfe hier auch als pdf-Datei herunterladen (10 MB!)