Bischöfin Jepsen
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NORDELBISCHE EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE

DIE VORSITZENDE DER KIRCHENLEITUNG


 

An die

Gemeinden und Kirchenkreise,

Dienste und Werke und

Einrichtungen in der Nordelbischen Kirche

 

nachrichtlich

An die

Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft

Christlicher Kirchen in

Hamburg und Schleswig-Holstein

Kiel, den 3. Juli 2002

Dänische Straße 21/35  •   24103 Kiel

 

Postfach 3449 24033 Kiel

Fernruf:             (0431) 9797-5

Durchwahl:      (0431) 9797-628

FAX:                 (0431) 9797-643

e-mail: Kirchenleitung.nka@nordelbien.de

Tagebuch Nr.  333/2002

 

 

Gedenken - genauer hinsehen - Gewalt überwinden

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

die Ereignisse in New York und Afghanistan, in Israel und Palästina, auf Djerba, aber auch in Erfurt haben uns verstört und vertraute Lebenszusammenhänge in Frage gestellt. Viele sind zusammen gekommen, haben spontan Kirchen aufgesucht, um zu beten, der Opfer zu gedenken und nach dem zu fragen, was trägt. Was sollen die Ereignisse bedeuten? Was steckt dahinter? Was ist zu tun, damit Hass und Gewalt, Verzweiflung und Terror nicht unser aller Zukunft bestimmen?

Ein Jahr nach dem 11. September 2001 werden die furchtbaren Bilder erneut aufgerührt. Der Opfer wird gedacht. Und die Medien werden voll sein mit Reportagen, Rückblicken und Solidaritätsbekundungen. Wir als Kirche werden gut daran tun, uns weiterhin auf das zu konzentrieren, was unsere Sache ist.

Die Kirchenleitung der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche hat daher beschlossen, die Gemeinden und die Verantwortlichen in Nordelbien dazu aufzurufen, am 11. September 2002 oder in Verbindung damit  die Kirchen und Einrichtungen zu Gedenken und Gebet zu öffnen.

In der Anlage finden Sie eine Erklärung der Kirchenleitung. Sie sind gebeten, sie während einer Andacht oder eines Gottesdienstes zu verlesen und sie den Gemeindegliedern zugänglich zu machen, sie möglichst auch in Ihren Veröffentlichungen abzudrucken und ggf. im Internet zu veröffentlichen.

Während der Ferienzeit wird Ihnen ein Entwurf für eine Andacht am 11. September unter dem Motto „Gott, tue unseren Mund auf zugehen. Sie ist als Hilfe oder Anregung für Ihre Gestaltung vor Ort gedacht.

Wie Sie aus der beiliegenden Erklärung sehen, regt die Kirchenleitung auch an, es nicht nur bei einem Gedenken am 11. September zu belassen. Sie weist hin auf den „Tag der Weltreligionen" am 14. November 2002 in Hamburg. Und sie ruft zugleich dazu auf, bei der Gestaltung der diesjährigen Ökumenischen Friedensdekade vom 10. bis 20. November, die unter dem Motto „Warum habt ihr Angst" stehen soll, die aufgeführten Fragen und Perspektiven im Blick zu behalten.

All diese Einzelaktionen sollen, das ist das Anliegen der Kirchenleitung, erkennbar werden als Schritte im Rahmen der ökumenischen „Dekade zur Überwindung von Gewalt".

Neben der Anregung für eine Andacht am 11. September, die Ihnen demnächst zugehen wird, sei noch auf weitere Arbeitshilfen, Überlegungen, Veranstaltungen und Adressen hingewiesen:

1.    Auf verschiedene Wege zur Überwindung von Gewalt, Trainings u.a.m. ist die „Dekade-Arbeitsstelle Gewalt überwinden" ansprechbar:

Christa Lehrer und Achim Strehlke

Wulfsdorfer Weg 29

22949 Ammersbek

Tel.: (0 40) 60 55 80 22, Fax: (0 40) 605 25 38

E-Mail: gewalt-ueberwinden@haus-am-schueberg.org

Internet: http://www.gewalt-ueberwinden.de/

-          Eine Textauswahl zur Diskussion nach dem 11 .September finden Sie über die
Homepage der Arbeitsstelle,

-          Für Projekte ist die Arbeitsstelle Gewalt überwinden dringend auf Unterstützung, Spenden und Kollekten angewiesen.

2.    Zu christlich-muslimischen Begegnungen ist ansprechbar:

Der Beauftragte der NEK für den christlich-muslimischen Dialog

Pastor Hans Christoph Goßmann

Nordelbisches Missionszentrum

Agathe-Lasch-Weg 16

22605 Hamburg

Tel.: (0 40) 881 81-140, Fax: (0 40) 881 81-210

Es gibt gute praktische Hilfen, z.B.:

-     Erste Schritte wagen. Eine Orientierungshilfe für die Begegnung von Kirchengemeinden mit ihren muslimischen Nachbarn, hrsg. von der Beratungsstelle für christlich-muslimische Begegnung der Ev. Kirche im Rheinland und der Ev. Kirche von Westfalen, Rudolfstr. 131, 42285 Wuppertal, Tel.: (02 02) 8 27 36,

Fax: (02 02) 8 62 97, E-Mail: begegnung@web.de .

-     Die Begegnung von Christen und Muslimen. Eine Orientierungshilfe mit pädago­gischen Hinweisen für die Arbeit in Gruppen, hrsg. vom Ev. Missionswerk Deutsch­land (EMW), Normannenweg 17-21, 20537 Hamburg, Tel.: (0 40) 2 54 56-0

3.  Die Materialmappe für die diesjährige 23. Ökumenische Friedensdekade „Warum habt ihr Angst" steht ab August 2002 zur Verfügung. Sie kann schriftlich bestellt werden beim

-         Nordelbischen Kirchenamt, Dezernat M, Postfach 3449, 24033 Kiel,
Fax: (04 31) 97 97-810, E-Mail: oekumene.nka@nordelbien.de .

-         Amt für Öffentlichkeitsdienst, Feldbrunnenstr. 29, 20148 Hamburg,
Fax: (0 40) 41 32 24-17, ...-18, E-Mail: nordelbien@kirche.de .

Die Kirchenleitung wünscht Ihnen mit Gottesdiensten, Veranstaltungen und Begegnungen eine intensive Zeit der Suche nach dem, was Gewalt überwinden hilft. Gott richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Mit freundlichen Grüßen und Segenswünschen

Bischöfin Maria Jepsen

 

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