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Erklärung des Nationalrates der Kirchen der USA
zum 11.9.2001

Englischer Text aus der Homepage des National Council of Churches (NCC) der USA

Zum Deutschen Text

Deny Them Their Victory:
A Religious Response to Terrorism

We, American religious leaders, share the broken hearts of our fellow citizens.  The worst terrorist attack in history that assaulted New York City, Washington, D.C., and Pennsylvania, has been felt in every American community.  Each life lost was of unique and sacred value in the eyes of God, and the connections Americans feel to those lives run very deep.  In the face of such a cruel catastrophe, it is a time to look to God and to each other for the strength we need and the response we will make. We must dig deep to the roots of our faith for sustenance, solace, and wisdom.

First, we must find a word of consolation for the untold pain and suffering of our people. Our congregations will offer their practical and pastoral resources to bind up the wounds of the nation. We can become safe places to weep and secure places to begin rebuilding our shattered lives and communities. Our houses of worship should become public arenas for common prayer, community discussion, eventual healing, and forgiveness.

Second, we offer a word of sober restraint as our nation discerns what its response will be. We share the deep anger toward those who so callously and massively destroy innocent lives, no matter what the grievances or injustices invoked. In the name of God, we too demand that those responsible for these utterly evil acts be found and brought to justice.  Those culpable must not escape accountability.  But we must not, out of anger and vengeance, indiscriminately retaliate in ways that bring on even more loss of innocent life. We pray that President Bush and members of Congress will seek the wisdom of God as they decide upon the appropriate response.

Third, we face deep and profound questions of what this attack on America will do to us as a nation. The terrorists have offered us a stark view of the world they would create, where the remedy to every human grievance and injustice is a resort to the random and cowardly violence of revenge – even against the most innocent. Having taken thousands of our lives, attacked our national symbols, forced our political leaders to flee their chambers of governance, disrupted our work and families, and struck fear into the hearts of our children, the terrorists must feel victorious.

But we can deny them their victory by refusing to submit to a world created in their image. Terrorism inflicts not only death and destruction but also emotional oppression to further its aims.  We must not allow this terror to drive us away from being the people God has called us to be.  We assert the vision of community, tolerance, compassion, justice, and the sacredness of human life, which lies at the heart of all our religious traditions. America must be a safe place for all our citizens in all their diversity. It is especially important that our citizens who share national origins, ethnicity, or religion with whoever attacked us are, themselves, protected among us.

Our American illusion of invulnerability has been shattered.  From now on, we will look at the world in a different way, and this attack on our life as a nation will become a test of our national character. Let us make the right choices in this crisis - to pray, act, and unite against the bitter fruits of division, hatred, and violence. Let us rededicate ourselves to global peace, human dignity, and the eradication of injustice that breeds rage and vengeance.

As we gather in our houses of worship, let us begin a process of seeking the healing and grace of God.

Deutsche Übersetzung:

Lasst ihnen den Sieg nicht:
Eine religiöse Antwort auf den Terrorismus.

Wir, Verantwortliche amerikanischer religiöser Gemeinschaften, teilen den
herzzerreißenden Schmerz unserer Mitbürger. Der schlimmste Terrorangriff der
Geschichte hat mit New York-City, Washington D.C. und Pennsylvania die ganze
amerikanische Gemeinschaft getroffen. Jedes einzelne verlorene Leben war
einzigartig und von heiligem Wert in den Augen Gottes. Und die Verbundenheit,
die wir Amerikaner mit diesen Leben fühlen, geht sehr tief. Angesichts dieser
grausamen Katastrophe ist es geboten, dass wir jetzt auf Gott und aufeinander
schauen, um Stärke zu gewinnen und Antworten zu bedenken. Dazu müssen tief
hinuntergehen zum Grund unseres Glaubens, um geistliche Nahrung, Trost und
Weisheit zu gewinnen.

Als erstes müssen wir ein Wort des Trostes finden für den unaussprechlichen
Schmerz und das Leiden unserer Mitmenschen. Unsere Gemeinden werden ihre
praktischen und seelsorgerlichen Möglichkeiten einsetzen, um zu helfen, die
Wunden der Nation zu heilen. Wir wollen geschützte Räume, um zu weinen und
geschützte Orte, mit dem Wiederaufbau unserer zerstörten Leben und
Gemeinschaften zu beginnen. Unsere Gotteshäuser sollen öffentliche Stätten des
gemeinsamen Gebetes werden, der öffentlichen Auseinandersetzung, im Lauf der
Zeit vielleicht auch der Heilungsprozesse und der Vergebung.

Zweitens bieten wir ein Wort nüchterner Zurückhaltung in einer Zeit, in der
unser Volk sich darüber klar wird, welche Antwort es geben will. Wir teilen die
Wut gegenüber denen, die so gefühllos und massiv unschuldiges Leben zerstört
haben  - gleichgültig, welche Leiden oder welche Ungerechtigkeiten diese Taten
verursacht haben mögen. Im Na-men Gottes verlangen wir darüber hinaus, dass die,
die verantwortlich sind für dieses abgrundtief böse Verbrechen, gefunden und vor
Gericht gebracht werden. Die Schuldigen müssen zur Verantwortung gezogen werden.
Aber wir dürfen nicht aus einem Gefühl der Wut und Rachsucht heraus wahllos
Vergeltung üben und so noch mehr Verluste unschuldigen Lebens verursachen. Wir
beten darum, dass Präsident Bush und die Mitglieder des Kongresses um Gottes
Weisheit ringen, wenn sie über angemessene Antworten beraten und entscheiden.


Drittens sehen wir uns vor die schwere und grundsätzliche Frage gestellt, was
dieser Angriff auf Amerika aus uns als Nation machen wird. Die Terroristen haben
uns ein unmissverständliches Beispiel gegeben für die Welt, die sie schaffen
würden. Eine Welt, in der als Heilmittel für alle menschliche Beschwernisse und
Ungerechtigkeiten ein Arsenal wahlloser und feiger Gewalt und Rachsucht zur
Verfügung steht - sogar gegen völlig Unschuldige. Nachdem sie Tausende von Leben
zerstört, unsere nationalen Symbole angegriffen, unsere Politiker gezwungen
haben, ihren Regierungssitz zu verlassen, unsere Arbeit gestört und unsere
Familien auseinander gerissen und die Herzen unserer Kinder mit Furcht
geschlagen haben, müssen sich die Terroristen als Sieger fühlen.

Aber wir können ihnen den Sieg verwehren, indem wir uns weigern, uns einer Welt
zu beugen, die sie nach ihrem Bild geschaffen haben. Terrorismus arbeitet nicht
nur mit Tod und Zerstörung, sondern auch mit psychischer Unterdrückung, um seine
Ziele zu erreichen. Wir dürfen diesem Terror nicht erlauben, dass er uns in der
Gottesebenbildlichkeit, in der Gott uns geschaffen hat, verändert. Wir
bekräftigen die Visionen von Gemeinschaft, Toleranz, Nächstenliebe,
Gerechtigkeit und der Heiligkeit des menschlichen Lebens, die tief im Herzen
aller religiösen Traditionen geborgen liegen. Amerika muss ein sicherer Ort für
alle unsere Bürger in all ihrer Verschiedenheit bleiben. Es ist besonders
wichtig, dass gerade jene unsere Bürger, die Herkunft, Volkszugehörigkeit oder
Religion mit denen teilen, die uns angegriffen haben, sich in unserem Land
behütet und sicher fühlen.

 (übersetzt von Propst Matthias Petersen, Preetz)

 

Eine andere Übersetzung finden Sie hier.

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